Mehr Medaillen und viele neue Preis-Kategorien

Sachsens Landesweinprüfung brachte in diesem Jahr vor allem viele silberne und bronzene Auszeichnungen. Erstmals wurden "Landesehrenpreise" vergeben.

Sieben Experten, dutzende Proben: Wenn Sachsens Landesweinprämierung ansteht, ist für Außenstehende nicht immer klar, ob das nun noch reiner Genuss, oder vor allem doch harte Arbeit ist. Für Arbeit spricht: Es wird verkostet, nicht getrunken. Für Genuss spricht: In diesem Jahr vergaben die Prüfer immerhin 82 Medaillen.

Vier goldene, 41 silberne, 37 bronzene: Die Spitzengruppe der sächsischen Weine ist größer als in den vergangenen Jahren. 2015 zeichneten die Prüfer noch 60 der von ihnen blind verkosteten Weine und Sekte mit Medaillen aus, im vergangenen Jahr waren es 75. Darin sieht Sandy Prüger vom sächsischen Weinbauverband einen Beleg, dass sich die Winzer der Region intensiv mit ihren Produkten beschäftigt und deren Qualität noch verbessert hätten.

Tatsächlich sind es nicht nur die großen Weingüter, deren Weine den Experten gefielen. Bei den Sekten – für die es in diesem Jahr übrigens kein Gold gab – holten zwar die „Platzhirsche“ Schloss Wackerbarth und Schloss Proschwitz die meisten Medaillen. Doch hier konnte auch der Radebeuler Winzer Ulf Große mit einem Kerner-Sekt punkten. Sonst ist die Liste der Preisträger bunt gemischt: vom 100-Hektar- bis zum Klein-Betrieb bekamen Winzer aus dem gesamten Anbaugebiet gute Noten für ihre Weine. Allein der größte Weinbaubetrieb Sachsens fehlte noch immer im Kreis der Teilnehmer. Die Winzergenossenschaft hatte sich nach dem Hickhack um den sächsischen „Weinskandal“ und dessen schleppende Aufklärung von der Landesweinprüfung und aus dem Weinbauverband zurückgezogen.

Gute Bewertungen in der Landesweinprüfung sind ein Verkaufsargument für Weine. Das weiß man auch im Verband – und hat dem entsprechend noch mehr Auszeichnungskategorien geschaffen. In diesem Jahr wurden erstmals „Landesehrenpreise“ vergeben. Der für den „besten Goldriesling Sachsens“ ging ans Schloss Proschwitz, der für den „besten sächsischen Rosé“ ans Gut Pesterwitz und der für den „besten Sekt“ aus der Region ans Schloss Wackerbarth.

Ein weiterer neuer Preis ist der „Mitteldeutsche Weinpreis“. Er soll erstmals Anfang November vergeben werden – ausgerechnet in der Wein-Diaspora Leipzig. Bei der Wahl des Vergabeortes spielt sicher der erhoffte Werbeeffekt eine Rolle: Es scheint lohnender, neue Weinfans zu gewinnen, als vor bereits Bekehrten zu predigen. Zudem haben damit die Teilnehmer aus zwei Anbaugebieten ähnliche Anreisebedingungen. Neben sächsischen werden sich auch Winzer von Saale und Unstrut um den „Mitteldeutschen Weinpreis“ bewerben.

Eine sechsköpfige Jury soll 30 Weine und Sekte aus Sachsen und Saale-Unstrut bewerten. Für jedes der beiden Anbaugebiete sind je die fünf besten Rotweine, Weißweine und Sekte aus den Landesweinprämierungen nominiert. Für Sachsen gehen damit die Weingüter Schloss Wackerbarth, Schloss Proschwitz, Vincenz Richter, Karl Friedrich Aust und Kastler-Friedland an den Start.