Trauer um Gründer der "Kirche auf Rädern"

Gerry Dueck (1949 - 2017) baute ab 2001 in Meißen die Heilsarmee auf Foto: Archiv

Gerry Dueck ist verstorben. 2001 gründete er in Meißen die Gemeinde der Heilsarmee und war ab 2013 mit der "Kirche auf Rädern" in der Region unterwegs.

Die Meißner Heilsarmee hat ein prägendes Mitglied verloren. Gerry Dueck ist am 28. Juli 2017 im Alter von 67 Jahren unerwartet nach einem schweren Herzinfarkt verstorben.

Nach dem Studium von Englisch und Geschichte sowie theologischen Studien hatte der gebürtige Kanadier zunächst als Geschäftsmann gearbeitet. Von 1988 bis 1990 folgte eine Station in der christlichen Missionsarbeit in Südamerika, bevor Gerald Dueck und seine Frau Blanca 1993 in den Dienst der Heilsarmee eintraten und nach Deutschland übersiedelten.

Nach mehreren Jahren in Hannover kamen Gerald und Blanca Dueck 2001 nach Meißen. Die beiden Heilsarmee-Offiziere bauten hier im Triebischtal die Gemeinde ihrer methodistisch und freikirchlich geprägten Glaubensgemeinschaft auf. Der Idee der Heilsarmee entsprechend war und ist die Fürsorge für Menschen in prekären sozialen Verhältnissen eine der wichtigsten Aufgaben der Meißner Gemeinde.

Ende 2012 gab Gerry Dueck die Leitung der Meißner Heilsarmee ab. Mit seiner Frau Blanca widmete er sich seither einem neuen Projekt: der „Kirche auf Rädern“. Unterstützt vom Verein „Lebensfahrten“ bietet die „Kirche auf Rädern“ in Meißen und verschiedenen anderen Städten der Region regelmäßig warme Mahlzeiten an. Mit einem speziell umgebauten Transporter steuern die Mitarbeiter des Projekts feste Treffpunkte an. Dort geben sie an alle Interessenten Suppe aus, die zuvor im Meißner Quartier der „Kirche auf Rädern“ gekocht wurde. Zwanglos können die Gäste mit den Helfern ins Gespräch kommen: über ihren Alltag, ihre Probleme, aber auch über Gott. Der Aufbau des Kirchenmobils ist ein Raum, in dem gegessen, aber auch Andacht gehalten werden kann.

Die Kirche zu den Menschen zu bringen, habe schon William Booth, der Gründer, der Heilsarmee, gefordert, betonte Gerry Dueck. Die „Kirche auf Rädern“ war sein Herzensprojekt, mit dem er diese Forderung umsetzte. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe wolle er dabei den Menschen begegnen, sagte Gerry Dueck in einem Interview. „Wenn wir auf der Straße sind, ist nicht mal das Essen das Wichtigste, sondern der herzliche Umgang mit den Menschen.“