Kreis reduziert die Zahl der Asyl-Unterkünfte

Das Heim in Weinböhla wird geschlossen. Weil deutlich weniger Neuankömmlinge unterzubringen sind, stehen noch weitere Unterkünfte zur Disposition.

Das Asylbewerberheim am Weinböhlaer Querweg soll zum Jahresende geschlossen werden. Das hat jetzt der Kreistag beschlossen. Nach 22 Jahren endet damit der Betrieb in der mittlerweile ältesten Asylbewerber-Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis Meißen. Die Kreisverwaltung begründet das mit dem „zunehmend schlechten Zustand“ des Hauses, der umfassende Sanierungsarbeiten erfordert hätte. Zugleich will der Landkreis in den kommenden Monaten weitere Asyl-Unterkünfte abstoßen. Von derzeit knapp 2.800 Unterbringungsplätzen im Kreis sind nur gut 1.800 belegt. Die Zahl neu ankommender Asylsuchender liegt in diesem Jahr bisher weit unter der des vergangenen.

Das Weinböhlaer Asylheim war bereits in vergangenen Jahren umstritten. Beim sächsischen „Heim-TÜV“ bekam das Haus schlechte Noten. Anfang 2016 wollte es der Kreis sogar noch ausbauen lassen: Damals herrschte angesichts vieler neu ankommender Asylsuchender Notstand bei der Unterbringung.

Die Pläne zur Erweiterung wurden vor Monaten ad acta gelegt. Nach der Schließung der sogenannten „Balkanroute“ waren in ganz Deutschland die Flüchtlingszahlen gesunken. Seither baut auch der Landkreis Meißen eilig aufgebaute Unterbringungskapazitäten für Asylsuchende nach und nach ab. Bis Ende 2016 wurden die Mietverträge für 49 Wohnungen gekündigt und die Gemeinschaftsunterkünfte in Zeithain und Glaubitz geschlossen. In diesem Jahr will der Landkreis weitere 250 Wohnungen abstoßen und die Betreiberverträge für weitere Gemeinschaftsunterkünfte auslaufen lassen. Die Zahl der Unterkunftsplätze im Landkreis soll damit auf rund 1.800 sinken.

Die Bewohner der Weinböhlaer Unterkunft sollen nach Radebeul umziehen. Dort wurde das Asylheim an der Kötitzer Straße nach einem Brand neu aufgebaut. Es entspricht jetzt den neusten Standards für Sicherheit und Brandschutz.