Sperrungen am "Hamburger Hof"

Dem „Hamburger Hof“ in Meißen-Cölln hat der Januar-Sturm „Friederike“ zugesetzt. Wie schwer, machen Sicherungsmaßnahmen deutlich, die die Stadt Meißen nun für das marode und seit Jahren leer stehende ehemalige Gasthaus angeordnet hat. Nach dem Sturm hatten die Mitarbeiter der städtischen Verwaltung nicht nur öffentliche Gebäude auf eventuelle „Gefahr im Verzug“ überprüft. Der „Hamburger Hof“ trug offenbar Schäden davon, die für Passanten bedrohlich werden können.

Gefahr drohe vor allem von herabfallenden Dachziegeln, heißt es von der Stadt. Sie könnten sowohl Fußgänger als auch Autos treffen. Umfangreiche Absperrungen sollen das nun verhindern. Der städtische Bauhof sei mit der halbseitigen Sperrung der Brauhausstraße und des Gehweges entlang der Dresdner Straße beauftragt, so Verwaltungssprecher Dr. Michael Eckardt. Auch die zum Grundstück gehörenden Pkw-Stellflächen am „Hamburger Hof“ werde der Bauhof sperren. Dort gelte seit dem 7. Februar absolutes Halteverbot. Die Bushaltestelle werde auf die Höhe des Modegeschäfts Pochert verlegt. Für die „Sonnen-Apotheke“, die letzte im „Hamburger Hof“ verbliebene Mieterin, müsse ein Notzugang geschaffen werden. „Die Fußgängerführung wird im ganzen Bereich neu geregelt“, so Stadt-Sprecher Eckardt.

Der „Hamburger Hof“ gehört seit einer Zwangsversteigerung im Jahr 2015 der Firma „Wert-Investition“ aus dem niedersächsischen Sarstedt. Der Eigentümer sei nun vom Bauordnungsamt mit der weiteren Sicherung des Gebäudekomplexes beauftragt worden, sagt Stadt-Sprecher Michael Eckardt. Dafür habe man eine Frist gesetzt. Die „Wert-Investition“ hatte nach der Ersteigerung angekündigt, den „Hamburger Hof“ zu einer Seniorenwohnanlage umzubauen. Getan hat sich an dem Gebäude jedoch nichts.

Gaststätte und Hotel im „Hamburger Hof“, die in der DDR die Handelsorganisation HO betrieben hatte, wurden 1991 geschlossen. Die Kegelsportanlage wurde 1996 dicht gemacht. Der „Hamburger Hof“ steht unter Denkmalschutz.