Manu legt Streit bei

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen meldet, dass alle juristischen Auseinandersetzungen um die Marke „Meissen“ beendet seien. Der letzte noch offene Streit mit der Meissen Keramik GmbH sei nun mit einem Vergleich beigelegt worden, so Manufaktur-Sprecherin Sandra Jäschke. „Mit der Meissen Keramik GmbH, die ihrerseits in mehreren Verfahren in Deutschland und auf europäischer Ebene eine Löschung der Marke Meissen angestrebt hatte, wurde jetzt eine Lösung gefunden, die eine Koexistenz der Marken ohne Verwechslungsgefahr und negative Imagewirkung für die Marke Meissen ermöglicht.“

Ausgangspunkt der Verfahren war die Sicherung der Wortmarke „Meissen“ durch die Porzellan-Manufaktur. Der Staatsbetrieb hatte in der Folge sein Markenrecht mit harten juristischen Bandagen verteidigt – auch gegen in Meißen ansässige Firmen. Diese konnten Probleme bekommen, wenn sie in ihrem Namen die Schreibweise der Stadt mit doppeltem S führten. Allerdings ist das außerhalb des deutschen Sprachraums die gängige Schreibweise des Stadtnamens.

Die Streitigkeiten schlugen hohe Wellen. Weil sich Meißner Betriebe vom Staatsunternehmen bedrängt sahen, wandten sich schließlich auch Stadträte und Oberbürgermeister gegen die Manufaktur. Sie forderten von der Manu ein Ende der juristischen Auseinandersetzungen. OB Olaf Raschke zog sich aus dem Aufsichtsrat der Manufaktur zurück. Ende 2014 folgte das offizielle Einlenken der Manufakturisten: Man vereinbarte mit Stadt und Stadtrat, dass Meißner Unternehmen bald auch mit dem Wort „Meissen“ werben dürften.

Die Manufaktur sieht diese Zusage nun erfüllt. Bereits 2015 habe man mit der Winzergenossenschaft Meissen, 2016 auch mit der Privatbrauerei Schwerter Meißen sowie der NPM Neue Private Porzellangesellschaft Einigungen erreicht, die ein faires Neben- und Miteinander ermöglichten, so Sprecherin Sandra Jäschke. „Dass jetzt der einzige noch offene Konflikt final beseitigt ist, stärkt unsere Marke und gleichzeitig das Miteinander in der Stadt Meißen“, kommentiert der Geschäftsführer der Manufaktur, Dr. Tillmann Blaschke.