Weingut Schloss Proschwitz setzt auf Sekt

Bei der Hausmesse wurden die Neuheiten des Proschwitzer Weinguts vorgestellt. Vor allem die Sekt-Produktion haben die Proschwitzer in den vergangenen Jahren vorangetrieben.

Die Proschwitzer geben sich selbstbewusst. Sachsens größtes privates Weingut, Mitglied im renommierten Verband der Prädikatsweingüter, die Produkte vielfach ausgezeichnet und prämiert: Das Weingut Schloss Proschwitz sei ein Flaggschiff des Weinanbaugebiets Sachsen, sagt Gründer Georg Prinz zur Lippe. „Wir strahlen weit über die Region hinaus. Wir sind auch am weitesten in der Welt unterwegs.“ In Asien, Nordamerika, zunehmend auch im nördlichen Europa suche und finde man Kunden für Proschwitzer Weine.

Nach wie vor aber auch in Deutschland und im heimischen Sachsen: Bei der jüngsten Hausmesse im Proschwitzer Schloss wurden nicht nur die neuen Weine, Sekte und Brände vorgestellt, sondern auch über die aktuelle Lage des Weinguts informiert.

Viel Aufmerksamkeit widmen die Proschwitzer derzeit der Sekt-Produktion. Sie ist ein noch junger Erwerbszweig des Weinguts. Erst 2013 stellte man den ersten Sekt vor, der komplett im Weingut Schloss Proschwitz entstanden war. Das Angebot wurde seither deutlich ausgebaut. Heute seien es schon acht Proschwitz-Sekte, so Kellermeister Jacques du Preez. Die Palette reiche vom klassischen Riesling- oder Traminer-Jahrgangssekt bis zu noch anspruchsvolleren Getränken, die Sekt-Kenner besonders schätzten. Der Proschwitzer „Brut natur“, Sekt ohne Dosage, war eine der Neuheiten, die bei der 2017er Hausmesse dem Publikum vorgestellt wurden.

Für die Entwicklung solcher Produkte brauche es nicht nur gut gereifte Weine, sondern auch Ruhe, um Neues auszuprobieren, sagt der Kellermeister. Nach Jahren mit hohen Risiken und Druck, habe man die nun wieder. Anfang der 2010er Jahre mussten die Proschwitzer wie alle sächsischen Winzer mehrere sehr schlechte Ernten in Folge verkraften. Damals waren die Keller leer und die Lieferung von Nachschub für die Kunden eine Gratwanderung. „Damals hätte ich manchen Wein gern noch länger im Keller gelassen“, sagt Jacques du Preez.

Nun seien die Keller wieder gut gefüllt. Jeder Wein könne optimal ausreifen, ohne die Lieferkette zu gefährden. Zudem hätten die vergangenen Jahre nicht nur Quantität, sondern auch Qualität gebracht. „2015 war ein hervorragendes Wein-Jahr“, so der Kellermeister. 2016 sei die Erntemenge leicht überdurchschnittlich und die Traubenqualität gut gewesen. Diverse Weine des 2015er Jahrgangs wurden bei der jüngsten Hausmesse im April 2017 präsentiert. Die meisten 2016er Weine seien noch „auf der Hefe“, so Jacques du Preez. „Nur den Goldriesling haben wir schon abgefüllt. Als nächstes folgen Elbling und Müller-Thurgau.“

Seit Jahren produziert man für zwei unterschiedliche Proschwitzer Marken. Neben dem klassischen „Weingut Schloss Proschwitz“ steht das „Weinhaus zur Lippe“. Seit zwei Jahren firmiert es unter dem neu entwickelten Logo „Prinz zur Lippe“. Die Weine des „Weinhauses“ sollen Einsteiger locken. „Leichter und einfacher verständlich“ seien sie, so Georg Prinz zur Lippe: ein Angebot, das Kunden an den Geschmack der Proschwitzer Weine heranführen soll. Das gelinge gut. „Wir wollen das Angebot des ‚Weinhauses’ verbreitern. Die Nachfrage ist da.“ Derzeit werden unter der Weinhaus-Marke „Prinz zur Lippe“ zwei verschiedene Rotweine, ein Pinot blanc, ein Rosé Secco und ein Sekt verkauft. Ein Riesling soll die Angebotspalette erweitern.

Auf den Geschmack der Proschwitzer Weine kann man künftig auch direkt vor Ort kommen. Am Schloss Proschwitz werde bald dauerhaft eine Vinothek eingerichtet, kündigt Alexandra Prinzessin zur Lippe an. „In den Park kommen viele Spaziergänger. Immer wieder werden wir von ihnen gefragt, warum es hier keinen Ausschank unserer Weine gibt.“ Diese Lücke im Angebot wird geschlossen.